Risikomanagement · Lektion 7 · Fortgeschritten

Der Trade als Option

Du denkst in R-Einheiten und CRV und verstehst, warum Payoff die Trefferquote schlägt.

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Payoff vor Trefferquote

Mit hartem Stop ist dein Verlust die Prämie, also dein 1R. Der Gewinn ist offen. 90 Prozent Trefferquote mit unbegrenztem Verlust ist eine Sucker-Wette.

Murphy will mindestens 3:1 Reward-to-Risk. Die besten Trader gewinnen nur rund 40 Prozent ihrer Trades und verdienen trotzdem gut.

Spiel mit Win-Rate und R. Sieh, dass 40 Prozent bei 3R schlägt.

Interaktive Übung: hier lernst du direkt am Chart, mit Feedback zu jedem Klick. Kostenlos anmelden, um sie zu starten.

Teste dich selbst

Strategie A: 40 Prozent Win bei 3R. Strategie B: 70 Prozent Win bei 0,5R. Welche hat positiven Erwartungswert?

  • Nur B, weil die Trefferquote hoch ist
  • A deutlich, B nur knapp
  • Beide sind gleich

Kostenlos anmelden für die Auflösung mit Erklärung zu jeder Antwort.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jeder Trade mit hartem Stop ist eine Option: Verlust begrenzt, Gewinn offen.
  • 40 Prozent Trefferquote bei 3R schlägt 70 Prozent bei 0,5R.
  • Cut losses, let winners run ist der praktische Ausdruck.

Vertiefung

Warum High-Winrate-Strategien trotzdem Geld verlieren

90 Prozent Treffer klingt sicher, ist aber oft das Gegenteil. Wer viele kleine Gewinne einsammelt und den seltenen Verlust laufen lässt, verkauft eine nackte Option: Prämie regelmässig, Tail-Risiko unbegrenzt. So sterben Grid-Bots und Martingale.

Van Tharp erklärt den Denkfehler: Wir sind risk-averse bei Gewinnen und risk-seeking bei Verlusten. Also nehmen wir Gewinne zu früh mit und halten Verluste zu lange. R-Denken mit hartem Stop dreht diesen Reflex mechanisch um.

Erwartungswert selbst berechnen

Der Erwartungswert pro Trade ist die einzige Zahl, die zählt: Trefferquote mal Gewinn in R, minus Verlustquote mal 1R.

  • 40 Prozent Treffer bei 3R: 0,4 mal 3 minus 0,6 mal 1 = plus 0,6R.
  • 70 Prozent Treffer bei 0,5R: nur plus 0,05R. Die erste ist zwölfmal so gut.
  • Profit-Faktor: Summe Gewinne durch Summe Verluste, gute Systeme 1,3 bis 2.
  • Journal jeden Trade in R protokollieren, sonst kennst du deinen echten Erwartungswert nicht.

R-Denken im Alltag umsetzen

R entkoppelt die Emotion: In R-Einheiten ist jeder Trade gleich viel wert. Larry Hite riskiert nur 1 Prozent und ist deshalb jedem Ausgang gegenüber indifferent. Ed Seykotas Antwort war dreimal derselbe Satz: cutting losses.

Reihenfolge im Trade: Stop zuerst technisch hinter eine echte Barriere legen. Aus Stop-Abstand und 1-Prozent-Budget folgt die Positionsgrösse, nie umgekehrt. Liegt der Stop weit weg, handelst du kleiner.

1R = deine Risikoeinheit: der Verlust, den du pro Trade eingeplant hast (Abstand Entry zu Stop-Loss). +2R heisst: doppelt so viel gewonnen wie riskiert.

CRV (Chance-Risiko-Verhältnis) = mögliches Gewinnziel geteilt durch geplantes Risiko. 1:2 heisst: doppelte Chance gegenüber dem Risiko.

Quellen: Taleb, Murphy, Schwager, Kahneman

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