Charttechnik · Lektion 3 · Anfänger

Candlestick-Muster und die Trend-Voraussetzung

Du handelst Reversal-Candlestickmuster nur im richtigen Trendkontext und vermeidest den häufigsten Anfängerfehler.

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Kontext schlägt Form

Dieselbe Hammer-Kerze bedeutet je nach Trend etwas völlig anderes. Morris ist klar: ein bullisches Reversal ist nur im Downtrend gültig, ein bärisches nur im Uptrend. Den Trend bestimmst du grob per 10-Perioden-MA (Higher Highs und Lower Lows vertiefen wir in ct-trend-erkennen, die Moving Averages in ct-moving-averages).

Hammer im richtigen Kontext

Interaktive Übung: hier lernst du direkt am Chart, mit Feedback zu jedem Klick. Kostenlos anmelden, um sie zu starten.

Der Filter

Filtered Candle Patterns (Morris): handle ein Reversal nur, wenn ein Oszillator in der Presignal Area liegt, also RSI unter 20 oder über 80. Den RSI selbst vertiefen wir in ct-oszillatoren-kontext, hier reicht die Regel. Das filtert nur Reversals, nicht Continuation-Muster.

Teste dich selbst

Du siehst einen sauberen Hammer mitten in einem intakten Uptrend. Was tust du?

  • Ignorieren, ein bullisches Reversal zählt nur im Downtrend
  • Long gehen, der Hammer ist immer ein Kaufsignal

Ein Hammer erscheint nach einem Downtrend, und der RSI steht bei 18. Wie wertest du das?

  • Gefiltertes Reversal mit gutem Kontext
  • Schwaches Signal, der RSI stört nur

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein bullisches Reversal zählt nur im Downtrend, ein bärisches nur im Uptrend.
  • Der häufigste Fehler: einen Hammer mitten im Uptrend als Kaufsignal werten.
  • Gefiltert wird das Muster nur, wenn ein Oszillator zusätzlich im Extrem steht.

Vertiefung

Hammer im Uptrend kaufen: der teuerste Anfängerfehler

Ein Reversal braucht per Definition einen vorherigen Trend, den es umkehrt. Ein Hammer mitten im intakten Uptrend hat keinen Abwärtstrend zu drehen und ist bedeutungslos, egal wie lehrbuchmässig er aussieht.

  • Bullisches Reversal zählt nur im Downtrend, bärisches nur im Uptrend.
  • Bestimme den Trend, bevor du auf die Kerzenform schaust.
  • Im laufenden Trend sieht die Kerze besonders verlockend aus.
  • Am Trendende trägt derselbe Hammer plötzlich nichts mehr.

Der Presignal-Filter: warum ein Muster allein nicht reicht

Morris zeigt, dass sich die Trefferquote von Reversal-Kerzen deutlich verbessert, wenn ein Oszillator im Extrem steht. Ein Reversal braucht einen überdehnten Markt, aus dem die Gegenbewegung Kraft schöpft. Ein Hammer bei RSI 50 hat diese Ausgangslage nicht.

  • Bullisches Muster erst handeln, wenn der RSI unter 20 liegt.
  • Bärisches Muster erst, wenn der RSI über 80 steht.
  • Der Filter gilt nur für Reversal, nicht für Continuation.
  • Gefiltertes Setup: passender Trend, Umkehrkerze am Level, Oszillator im Extrem.

Bestätigung abwarten oder sofort einsteigen?

Eine Formation ist ein Signal, keine ausgeführte Wende. Warte den Close der Folgekerze ab, der die Richtung bestätigt. Das kostet einen späteren Einstieg, spart dir aber die vielen Fälle, in denen die schöne Kerze am nächsten Tag ignoriert wird.

  • Steigt der Kurs nach dem Hammer und schliesst höher, läuft die Umkehr.
  • Setze den Stop auf halber Tail-Höhe, nicht unter die Spitze.
  • Für Anfänger ist der Aufpreis der Bestätigung fast immer richtig.

Quellen: Murphy, Elder, Goodman

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