Strategien · Lektion 19 · Fortgeschritten

Checkliste und Routine: dein Autopilot gegen Impulse

Du baust eine Pre-Trade-Checkliste und eine feste Tages- und Wochenroutine, die Impuls-Trades mechanisch verhindern.

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Warum Checklisten Impuls-Trades verhindern

Piloten sind erfahren und trotzdem geht kein Start ohne Checkliste. Nicht weil sie es nicht können, sondern weil unter Stress selbst Profis Schritte vergessen. Genau das passiert im Trade: Gier und Angst schalten das ruhige Denken ab, und du klickst, was du in Ruhe nie geklickt hättest.

Elder bringt es auf den Punkt: Um zu gewinnen, musst du nicht klüger sein als andere, aber besser diszipliniert. Eine Checkliste ist geronnene Disziplin. Du triffst die Entscheidung einmal in Ruhe und hakst sie im Ernstfall nur noch ab. Das ist der Autopilot gegen den Impuls.

Die Pre-Trade-Checkliste

Diese Punkte hakst du vor JEDEM Entry ab. Ist nur ein Haken offen, gibt es keinen Trade. Baut direkt auf der Verbotsliste aus der Via-Negativa-Lektion auf.

Hak jeden Punkt ab, bevor du eröffnest. Ein offener Haken bedeutet kein Trade.

Interaktive Übung: hier lernst du direkt am Chart, mit Feedback zu jedem Klick. Kostenlos anmelden, um sie zu starten.

Die Tagesroutine: vor, während, nach

Vor der Session (Morning Homework): Overnight-Bewegung anschauen, den Marktzustand auf dem höheren Timeframe bestimmen, Watchlist mit gültigen Setups festlegen, offene Stops prüfen. Ausserdem der ehrliche Selbsttest: Bin ich ausgeruht und ruhig genug, um heute überhaupt zu traden?

Während der Session: nur Setups von der Watchlist nehmen, jeden Entry durch die Checkliste schicken, keine Position ausserhalb des Plans. Geld zählen im offenen Trade ist ein Warnsignal, dann Hände weg.

Nach der Session: jeden Trade ins Journal mit Screenshot, Ergebnis in R und der Spalte Regel befolgt (ja/nein). Nicht den Kontostand feiern oder betrauern, den Prozess bewerten.

Das Wochenreview mit dem Journal

Einmal pro Woche gehst du dein Journal unter /journal durch. Der lehrreichste Teil ist laut Elder der Follow-up-Blick auf abgeschlossene Trades, wenn Trend und Wende klar sind. Tritt nicht zweimal auf denselben Rechen.

Zähle drei Dinge: Wie oft hast du die Checkliste sauber durchlaufen? Welche Setups liefen gut, welche schlecht? Wo hast du gegen deine eigene Regel gehandelt? Regelbrüche rot markieren, denn sie kosten dich langfristig mehr als jeder einzelne Verlust nach Plan.

Wenn-dann-Regeln für den Handelstag

Entscheide vorher, was im Ernstfall passiert, dann musst du im Stress nicht mehr denken:

WENN ich drei Verlierer in Folge habe oder 6 Prozent im Monat im Minus bin, DANN ist der Handelstag beziehungsweise der Monat vorbei.

WENN ein Entry die Checkliste nicht komplett besteht, DANN kein Trade, ohne Ausnahme.

WENN ich mich beim Geldzählen im offenen Trade ertappe, DANN ziehe ich den Stop nach Plan nach und schliesse den Chart.

WENN ich merke, dass ich einem verpassten Move hinterherjage, DANN warte ich auf den Rücklauf oder lasse den Trade ganz aus.

Teste dich selbst

Du siehst live ein Setup, das dich reizt, aber ein Punkt deiner Pre-Trade-Checkliste bleibt offen. Was tust du?

  • Kein Trade, ein offener Haken bedeutet kein Entry
  • Trotzdem rein, ein Punkt ist nicht so wichtig
  • Den Punkt schnell umformulieren, damit er passt

Warum ist das Wochenreview wichtiger als das Ergebnis eines einzelnen Trades?

  • Weil sich über die Serie zeigt, wie diszipliniert du deinem Prozess folgst, und genau das ist steuerbar
  • Weil ein einzelner Trade nie etwas bedeutet
  • Weil das Journal den Kontostand erhöht

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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Checkliste vor dem Entry ersetzt die Willenskraft im Moment der Versuchung.
  • Die Tagesroutine hat drei Teile: vor, während und nach der Session.
  • Das Wochenreview mit dem Journal ist der lehrreichste Teil, nicht der einzelne Trade.
  • Wenn-dann-Regeln für den Handelstag entscheiden vorher, was du im Ernstfall tust.

Vertiefung

Warum verlieren die meisten Daytrader trotz gutem Wissen?

Richard Dennis sagte in Schwagers 'Market Wizards': Man könnte die Trading-Regeln in der Zeitung abdrucken, und niemand würde ihnen folgen. Der Schlüssel ist Disziplin, nicht Geheimwissen.

Sein Turtle-Experiment ist der Beweis: 20 von 23 Anfängern machten mit denselben lehrbaren Regeln im Schnitt rund 100 Prozent pro Jahr. Der Unterschied war, wer die Regeln auch in schlechten Phasen durchzog.

Was gehört in eine Pre-Trade-Checkliste?

Elder kombiniert zwei Werkzeuge: den 'Trade Apgar' als schnellen Vorabcheck und die 'Tradebill' als eigentliches Planungsblatt. Du entscheidest einmal in Ruhe, was ein gültiger Trade ist, und hakst im Ernstfall nur noch ab.

  • Trade Apgar: maximal 5 Fragen, filtert halbgare Ideen in Sekunden heraus.
  • Tradebill: Strategie, Entry, Stop, Ziel, Risikobetrag, Positionsgrösse als feste Zahlen.
  • Ein einziger offener Haken bedeutet: kein Trade.
  • Larry Hite riskiert nie mehr als 1 Prozent, deshalb ist ihm jeder Trade gleichgültig.
  • Diese Gleichgültigkeit ist gebaut, nicht Zufall: Sie lässt dich Trades auslassen.

Tages- und Wochenroutine: der Zeitpunkt entscheidet

Elders wichtigste Trennung: Targets und Stops legst du VOR dem Trade fest, das Equity trackst du NACH dem Schluss. Im offenen Trade ist nur Management erlaubt, kein Zählen von Papiergewinnen.

  • Vor der Session: Overnight-Bewegung, höherer Timeframe, Watchlist, Selbsttest.
  • Während der Session: nur Setups von der Watchlist, jeder Entry durch die Checkliste.
  • Nach der Session: Journal mit Screenshot und Spalte 'Regel befolgt: ja/nein'.
  • Wochenreview: Regelbrüche rot markieren, Follow-up auf abgeschlossene Trades.

1R = deine Risikoeinheit: der Verlust, den du pro Trade eingeplant hast (Abstand Entry zu Stop-Loss). +2R heisst: doppelt so viel gewonnen wie riskiert.

Quellen: Elder, Alexander: The New Trading for a Living; Schwager, Jack: Market Wizards

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