Strategien · Lektion 14 · Anfänger
Verlustserien und die 6-Prozent-Regel
Du managst Drawdowns mit harten Notbremsen und reduzierst in schlechten Phasen deine Size, statt sie zu erhöhen.
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Die Verlustserie im Setup-Kontext
Auch ein gutes Setup läuft in Serien schief. Der Strategie-Reflex darf nicht sein, die Size hochzufahren, um es aufzuholen. Schwager einhellig: bei schlechtem Lauf die Size reduzieren, nie erhöhen. Jones: when I am trading poorly I keep reducing. Seykota: trying to play catch up is lethal.
Die Mechanik und Mathematik der 6-Prozent-Monatsbremse (inklusive Rechner) steht in der Risikomanagement-Lektion 6-Prozent-Regel und Drawdown (r-sechs-prozent-regel). Für die Strategie merkst du dir: über 6 Prozent Monats-Drawdown oder drei Verluste in Folge ist der Monat zu Ende.
Wie viel Gewinn ein Drawdown zum Ausgleich braucht
Interaktive Übung: hier lernst du direkt am Chart, mit Feedback zu jedem Klick. Kostenlos anmelden, um sie zu starten.
Teste dich selbst
Du hast diesen Monat 7 Prozent verloren. Was ist die Regel?
- Trading für den Rest des Monats einstellen
- Size erhöhen, um die Verluste aufzuholen
- In den Verlust nachkaufen, um den Schnitt zu senken
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Das Wichtigste in Kürze
- Bei mehr als 6 Prozent Monats-Drawdown bis Monatsende nicht mehr traden.
- In schlechten Phasen Size reduzieren, nie erhöhen.
- Kein Revenge-Trading, kein Averaging Down.
- Demut nach Gewinnen, die grössten Verluste folgen oft auf die grössten Gewinne.
Vertiefung
Warum Verlustserien mathematisch unvermeidbar sind
Selbst mit echtem Edge sind schwarze Serien normal. Wer eine Münze oft genug wirft, sieht achtmal Kopf in Folge, und bei 50 Prozent Trefferquote reihen sich zwangsläufig Verlierer aneinander. Das Problem ist nicht die Serie, sondern der Reflex, die Size hochzufahren.
Elders Münzwurf zeigt die eigentliche Gefahr: der Trader mit 3 Dollar geht vor dem mit 10 Dollar pleite, obwohl jeder Wurf gleich ist. Ein kleines Konto ist nur wenige Verluste vom Bankrott entfernt.
- Survival zuerst, dann stetige Rendite, erst zuletzt hohe Gewinne.
- Jones reduziert die Size, wenn es schlecht läuft, statt sie zu erhöhen.
- Seykota nennt das Hochfahren nach Verlusten lethal.
Available Risk: wie du die 6-Prozent-Grenze wirklich rechnest
Available Risk summiert deine bereits realisierten Monatsverluste plus das Kapital, das in offenen Trades gegen ihre Stops auf dem Spiel steht. Erreicht diese Summe 6 Prozent des Monatsanfangs-Equity, eröffnest du keinen neuen Trade mehr.
- Paper-Profits zählen NICHT als Puffer, nur Drawdown zählt.
- 3 Prozent realisiert plus 2 Prozent offen ergibt 5 Prozent Available Risk.
- Steigt das Equity, wandern die 2- und 6-Prozent-Grenzen im Folgemonat hoch.
Der Comeback-Fehler: die grössten Verluste kommen nach den grössten Gewinnen
Frisch gewonnenes Geld verbucht das Gehirn wie Casino-Chips (House Money), und damit zockt man lockerer. Deshalb folgen die grössten Verluste oft direkt auf die grössten Gewinne. Bei neuen Equity-Hochs gilt: weniger Risiko, nicht mehr.
Nach einem Drawdown startet Elder mit winziger Size und senkt das Risiko von 2 auf 1 Prozent. Averaging Down verwandelt eine begrenzte Serie in eine Katastrophe: bei gehebelten Perpetuals bedeutet Nachkaufen näher an die Liquidation.
Drawdown = Rückgang deines Kontostands vom letzten Höchststand, gemessen in Prozent.
Quellen: Elder, Schwager, Taleb
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