Risikomanagement · Lektion 16 · Fortgeschritten
Pre-Trade-Protokoll
Du führst vor jedem Trade ein vollständiges Risikoprotokoll aus und akzeptierst den Maximalverlust, bevor du die Position stellst.
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Risiko akzeptieren, nicht nur nehmen
Seneca: Akzeptiere den Maximalverlust mental, BEVOR du den Trade eingehst. Dann steuert nicht die Angst, sondern der Plan.
Douglas: Risiko nehmen ist nicht dasselbe wie Risiko akzeptieren. Einen Stop zu setzen heisst noch nicht, dass du das Risk akzeptiert hast.
Jeder Schritt muss erfüllt sein, sonst kein Entry.
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Das Wichtigste in Kürze
- Maximalverlust mental vorab akzeptieren, sonst steuert die Angst.
- Stop am Chart, dann Size, dann Korrelations- und 6-Prozent-Check, dann CRV.
- Kein Entry ohne gesetzten Hard-Stop und akzeptierten Maximalverlust.
Vertiefung
Risiko akzeptieren ist etwas anderes als Risiko nehmen
Mark Douglas trennt zwei Dinge: einen Stop setzen heisst Risiko nehmen. Den Verlust vorher innerlich als bereits geschehen zu akzeptieren, heisst Risiko akzeptieren. Nur der zweite Schritt lässt dich aus dem Plan traden statt aus der Angst.
Senecas Praemeditatio Malorum liefert das Werkzeug: du stellst dir den Maximalverlust konkret vor und akzeptierst ihn vorab. 'Dieser Trade kann mich 10 USDT kosten, damit lebe ich.' Dann verliert der Trade seine emotionale Macht.
Die Reihenfolge: Stop zuerst, Size danach, Hebel zuletzt
Ein sauberes Pre-Trade-Protokoll hat eine feste, unverhandelbare Reihenfolge. Kovner: die Position Size wird vom Stop bestimmt. Wer zuerst den Hebel wählt und den Stop dazu quetscht, baut Fragilität ein.
- Marktklima: nur in Richtung des übergeordneten BTC-Trends.
- Entry, Stop und Invalidierung am Chart, 1x bis 2x ATR, nie auf runder Zahl.
- Dollar-Risiko 1 Prozent, bei korrelierten Positionen 0,5 Prozent.
- Aus Risiko und Stop-Abstand folgt Size, daraus der Hebel.
- Korrelations-Check, 6-Prozent-Check, CRV mindestens 2R bis 3R.
Pre-Mortem: warum stirbt dieser Trade im schlimmsten Fall?
Bevor du drückst, stellst du dir vor, der Trade ist bereits im Maximalverlust, und fragst wodurch: Slippage, Funding, ein Wick durch den Stop, ein Wochenend-Gap. Das zwingt das überoptimistische System 1, konkrete Ausfallwege zu benennen.
Der letzte Schritt ist immer derselbe: der Hard-Stop geht sofort in den Markt, nie als mentaler Stop im Kopf. Nicht traden bei Müdigkeit, Hunger oder nach einer Verlustserie.
1R = deine Risikoeinheit: der Verlust, den du pro Trade eingeplant hast (Abstand Entry zu Stop-Loss). +2R heisst: doppelt so viel gewonnen wie riskiert.
CRV (Chance-Risiko-Verhältnis) = mögliches Gewinnziel geteilt durch geplantes Risiko. 1:2 heisst: doppelte Chance gegenüber dem Risiko.
Quellen: Elder, Kahneman, Taleb, Douglas, Goodman, Murphy
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