Trading-Psychologie · Lektion 7 · Anfänger
Disposition Effect
Du verstehst, warum du Gewinner zu früh und Verlierer zu lange hältst, und richtest Gegenmittel ein.
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Loss Aversion
Verluste tun etwa doppelt so weh, wie gleich grosse Gewinne freuen. Das ist teils biologisch verankert, deshalb reicht Willenskraft selten. Daraus folgt der Disposition Effect: Gewinner zu früh verkaufen, Verlierer zu lange halten.
Wie aus 1R Verlust am Ende 4R werden
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Entscheide regelkonform.
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Das Wichtigste in Kürze
- Verluste tun etwa doppelt so weh wie gleich grosse Gewinne freuen.
- Der Disposition Effect ist das Gegenteil von cut losses, let winners run.
- Stop und Take-Profit vor dem Eintritt fix, in R-Einheiten denken.
Vertiefung
Wie teuer ist der Disposition Effect wirklich?
Odean wertete 1998 rund 10000 Konten aus und fand ein klares Muster: Anleger verkaufen Gewinner häufiger als Verlierer, obwohl es umgekehrt richtig wäre.
- Verkaufte Aktien liefen 3,2 bis 3,4 Prozentpunkte pro Jahr besser als die gehaltenen
- Loss-Aversion-Ratio typisch 1,5 bis 2,5: ein Verlust schmerzt doppelt so stark
- Die Reaktion ist schneller als der bewusste Gedanke, teils biologisch verankert
- Willenskraft reicht nicht, nur Mechanik statt Vorsatz hilft verlässlich
Der Reset-Test: würdest du jetzt neu eröffnen?
Frag dich bei jedem gehaltenen Verlierer: Würde ich zum aktuellen Preis genau so neu einsteigen? Meist ist die Antwort nein. Dann hältst du nur wegen deines Einstands, nicht wegen des Setups. Der Markt kennt deinen Einstand nicht.
Auf der Gewinnerseite gilt das Spiegelbild. Marcus nennt in Market Wizards seinen schlimmsten Trade nicht einen Verlust, sondern einen zu früh verkauften Gewinner: zwölf Limit-up-Tage von der Seitenlinie. Denk in R statt in Euro.
Warum Stops und Ziele vor dem Entry stehen
Frei von Loss Aversion entscheidest du nur, bevor du im Markt bist. Danach färbt jeder Tick die Wahrnehmung. Stop und Take-Profit gehören als feste Zahlen fest, bevor die Order rausgeht.
1R = deine Risikoeinheit: der Verlust, den du pro Trade eingeplant hast (Abstand Entry zu Stop-Loss). +2R heisst: doppelt so viel gewonnen wie riskiert.
CRV (Chance-Risiko-Verhältnis) = mögliches Gewinnziel geteilt durch geplantes Risiko. 1:2 heisst: doppelte Chance gegenüber dem Risiko.
Quellen: Kahneman, Schwager, Elder, Goodman
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