Trading-Psychologie · Lektion 11 · Anfänger
Anchoring und Recency
Du erkennst Wahrnehmungs-Biases am Chart und leitest Stops und Ziele aus Marktstruktur statt aus Ankern ab.
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Anker überall
Der Einstandspreis wird zum Anker fürs faire Niveau, obwohl der Markt deinen Entry nicht kennt. Das Allzeithoch ankert das Ziel, runde Marken wie 100k ankern Stops. Ein Coin gilt als billig, nur weil er stark vom Hoch fiel.
Recency
Ein gerade gesehener 100x oder eine virale Liquidationskaskade fühlt sich wahrscheinlicher an, als er ist. Gegenmittel sind Base Rates aus dem eigenen Journal und eine News-Diät.
Interaktive Übung: hier lernst du direkt am Chart, mit Feedback zu jedem Klick. Kostenlos anmelden, um sie zu starten.
Das Wichtigste in Kürze
- Einstand, Allzeithoch und runde Marken verankern dein Urteil.
- Der Markt kennt deinen Entry nicht.
- Stops und Ziele aus Struktur und Volatilität, nicht aus Ankern.
Vertiefung
Anchoring: warum dein Einstand dein Urteil verzerrt
Anchoring ist einer der robustesten Biases. Schon ein manipuliertes Glücksrad beeinflusste Schätzungen, und selbst Richter liessen sich von gewürfelten Zahlen beim Strafmass leiten. Der Anchoring Index liegt oft bei rund 50 Prozent.
- Dein stärkster Anker ist der Einstandspreis, den der Markt gar nicht kennt
- Allzeithoch verankert das Ziel, runde Marken wie 100k verankern Stops
- Ein Coin gilt als billig, nur weil er stark vom Hoch fiel
- O'Neil: 98 Prozent kaufen nicht auf neuem Hoch, obwohl dort die Gewinner starten
Recency Bias: der letzte 100x verzerrt deine Sicht
Ein gerade gesehener 100x oder ein spektakulärer Wick fühlt sich wahrscheinlicher an, als er ist, weil er leicht abrufbar ist. Deine Wahrnehmung folgt dem, was zuletzt laut war, nicht der echten Häufigkeit.
Zwei Gegenmittel: Base Rates aus dem eigenen Journal statt Gefühl, und eine News-Diät, damit nicht jeder Screenshot deine Erwartung neu ankert.
Stops und Ziele aus Marktstruktur ableiten
Stops und Ziele gehören an Struktur und Volatilität, nicht an Anker. Der Stop sitzt hinter dem relevanten Swing, das Ziel am nächsten strukturellen Widerstand, nicht an runder Zahl, Einstand oder Wunschgewinn.
Quellen: Kahneman, Goodman, Elder, Murphy
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