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Grundlagen

Was sind Futures? Perpetual Futures einfach erklärt

Jan DreherJan DreherJuni 20267 Min. Lesezeit
PERP

Ein Future ist eine Vereinbarung über einen Preis, nicht der Kauf einer Sache. Wer einen Bitcoin-Future long handelt, besitzt keinen Bitcoin. Er hält einen Vertrag, dessen Wert steigt, wenn Bitcoin steigt, und fällt, wenn Bitcoin fällt. Das klingt nach einem Detail, ist aber der Kern von allem, was danach kommt: Hebel, Margin, Liquidation und Funding existieren nur, weil du einen Vertrag handelst und keinen Coin.

Der klassische Future: ein Termingeschäft

Futures kommen aus dem Rohstoffhandel. Ein Weizenbauer verkauft seine Ernte im März zum Festpreis für Lieferung im September, beide Seiten haben Planungssicherheit. Der klassische Future hat deshalb ein Verfallsdatum: am Stichtag wird abgerechnet. An traditionellen Börsen funktioniert das bis heute so, auch für Bitcoin-Futures an der CME.

Perpetual Futures: der Krypto-Standard ohne Verfall

Die Krypto-Variante heisst Perpetual Future, kurz Perp, und hat kein Verfallsdatum. Du kannst die Position eine Minute oder ein Jahr halten. Damit der Vertragspreis trotzdem am echten Marktpreis klebt, gibt es die Funding Rate: alle 8 Stunden zahlen die Halter der überfüllten Seite eine kleine Gebühr an die Gegenseite. Sind zu viele Trader long, zahlen Longs an Shorts, und umgekehrt. Das drückt den Perp-Preis zurück zum Spot-Preis.

Für dich heisst das: eine gehaltene Position kostet oder verdient alle 8 Stunden Funding, meist im Bereich von 0,01 Prozent. Klingt winzig, summiert sich bei grossen Positionen über Wochen aber spürbar.

Long und Short: beide Richtungen handelbar

Futures machen fallende Kurse handelbar. Long heisst, du profitierst vom Anstieg. Short heisst, du verkaufst den Vertrag zuerst und kaufst ihn später billiger zurück, du profitierst vom Rückgang. Im Spot-Markt kannst du nur kaufen und halten. Im Futures-Markt ist ein fallender Markt genauso ein Markt.

Margin, Hebel, Liquidation: das Sicherheitsnetz der Börse

Weil du nur einen Vertrag hältst, hinterlegst du eine Sicherheit, die Margin. Mit Hebel steuerst du, wie gross deine Position im Verhältnis zur Margin ist: 100 USDT Margin mal 10x Hebel ergibt 1.000 USDT Positionsgrösse. Läuft der Markt gegen dich, frisst der Verlust die Margin. Bevor sie aufgebraucht ist, schliesst die Börse die Position zwangsweise, die Liquidation. Sie schützt die Börse, nicht dich.

Spot oder Futures: was ist für wen?

  • Spot: du besitzt den Coin, kein Hebel, keine Liquidation, kein Funding. Für Kaufen und Halten die richtige Wahl.
  • Futures: Hebel, Short-Möglichkeit, Funding, Liquidationsrisiko. Ein Werkzeug für aktives Trading mit Regeln.
  • Für den Einstieg: erst die Mechanik im Simulator mit Spielgeld erleben, dann entscheiden, ob Futures überhaupt zu dir passen.
Futures sind weder böse noch ein Geldautomat. Sie sind ein Vertrag mit eingebautem Hebel, und der verstärkt beides: dein Können und deine Fehler.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Spot und Futures?

Im Spot-Markt kaufst du den Coin und besitzt ihn, im Futures-Markt handelst du einen Vertrag auf seinen Preis. Nur Futures bieten Hebel und die Möglichkeit, short zu gehen, dafür kommen Margin, Funding und Liquidationsrisiko dazu. Besitz gegen Flexibilität, das ist der Tausch.

Was ist die Funding Rate?

Die Funding Rate ist eine Zahlung zwischen Long- und Short-Haltern, die alle 8 Stunden fällig wird und den Perpetual-Preis am Spot-Preis hält. Ist sie positiv, zahlen Longs an Shorts, ist sie negativ, umgekehrt. Sie ist keine Gebühr der Börse, das Geld fliesst von Tradern zu Tradern.

Wie lange kann ich einen Perpetual Future halten?

Unbegrenzt, solange deine Margin die Verluste und das Funding deckt. Es gibt kein Verfallsdatum. In der Praxis begrenzen zwei Dinge die Haltedauer: eine Liquidation, wenn der Markt zu weit gegen dich läuft, und die Funding-Kosten, die sich bei langem Halten summieren.

Sind Futures für Anfänger geeignet?

Nicht als Einstieg mit echtem Geld. Hebel und Liquidation bestrafen genau die Fehler, die Anfänger machen, und zwar sofort. Der sinnvolle Weg: die Mechanik zuerst in einem Simulator mit echten Live-Kursen erleben, die Grundlagen und das Risikomanagement lernen, und erst dann mit kleinem Einsatz und niedrigem Hebel starten.

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Jan Dreher
Jan DreherGründer von daytrading-lernen.de

Jan Dreher ist Gründer von daytrading-lernen.de und baut Tools für Krypto-Trader, darunter den Simulator mit echten Live-Kursen von Binance und Bybit und den Positionsgrössen-Rechner der Plattform. Er schreibt hier über das Handwerk hinter dem Trading: Risiko, Positionsgrösse und die Mathematik, an der die meisten scheitern. Jede Zahl in seinen Artikeln ist nachrechenbar, jede Empfehlung begründet.